troublebreathing ♥
Kapitel 22 - Die Realität ruiniert mir mal wieder mein Leben

"Wissen Sie warum Frauen lange Haare haben? Erst neulich habe ich darüber nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass sie lange Haare haben, damit sie im Genick nicht nass werden wenn es regnet." Der ältere Herr, der einige Sitze vor mir saß, erntete lautes Gelächter von zwei anderen Herren, die ihm gegenüber saßen.
Oh mein Gott!, dachte ich nur. Wo bin ich denn hier gelandet?
Schon als ich diesen Mann mit seinen Christenfreunden an der Bushaltestelle erblickte, hätte ich wieder nach Hause gehen und den nächsten Bus nehmen sollen. Dieses ständige Gerede über Gott, der ja jeden liebt und überall ist, macht mich krank. Aber nein, ich wollte ja unbedingt Punkt zwölf Uhr vor der Halle stehn.
Noch vier Stationen, dann war ich diesen alten Knacker los. Doch drei Stationen vorher stiegen die anderen zwei Herren aus und der alte Knacker war alleine. Er sah sich suchend um, entdeckte mich, schien kurz zu überlegen und setzte sich dann auf den Sitz vor mir.
"Hallo", begrüßte mich der Alte.
"Ähm… Hallo…"
"Sie sind doch mit mir in den Bus eingestiegen, oder?"
Ich schluckte. "Äh… Ja…"
"Dort in der Nähe findet morgen Abend eine Versammlung statt."
"Aha."
"Ja, in dieser kleinen Halle, in der Nähe von diesem Supermarkt. Wissen Sie was ich meine?"
Nein. "Ja, klar."
"Gut. Da reden wir dann über Gott. Und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie ebenfalls kommen würden."
Hilflos sah ich mich um. Der Bus war zu mehr als die Hälfte gefüllt, aber nein, dieser Typ suchte sich ausgerechnet den am meisten überzeugten Atheisten aus.
"Naja, ich denke eher nicht, dass ich kommen werde", sagte ich schließlich.
"Oh, schade. Warum denn nicht?"
"Ähm… Ich glaub' nicht wirklich an Gott."
"Sehr schade… Wissen Sie, Gott liebt Sie mehr, als Ihre Eltern es tun. Er ist immer für Sie da. Mir selbst hat er schon viel Kraft gegeben."
"Das ist echt schön für Sie, aber ich glaub' trotzdem nicht daran."
"Versprechen Sie mir aber, dass Sie zumindest zu der Versammlung kommen und über das Alles, was dort gesagt wird, nachdenken."
Ich seufzte. "Ja, schon okay. Ich werd' da sein."
Der Alte freute sich so sehr darüber, als hätte er eben mit mir das beste Geschäft seines Lebens gemacht. "Wissen Sie, Gott ist überall…" Meine Station! "Und er…" - "Ich muss hier raus. Tschüss."
Hilfe! Sowas konnte auch nur mir passieren. Aber jetzt war ich endlich in Sicherheit. Als ich dem Bus hinterher sah, konnte ich noch erkennen, dass der Alte sich nun ein neues Opfer gesucht hatte. Zum Glück gab es nur noch vier Stationen, bis zur Endstation. Aber egal. Jetzt konnte ich mich endlich voll und ganz auf das Konzert freuen.

Ich saß schon seit fast zwei Stunden mit wenigen anderen FURT-Fans vor der Halle, als Jan mir eine SMS schrieb. Auf diese SMS konnte ich scheißen. Schon am Morgen hatten wir uns wieder gestritten. Er hatte sich mal wieder nicht an sein Versprechen gehalten. Vor einem halben Jahr, als klar war, dass ich auf dieses Konzert gehen würde meinte Jan er würde vielleicht mitkommen. Ich mein', mir war natürlich klar, dass er nicht mitkommen würde und ich fand das auch gar nicht schlimm, aber wenn er es von sich aus schon vorschlägt… Wer weiß? Eine Woche vorher meinte er dann, dass er zwar nicht mitkommt, aber diese sechs Stunden mit mir vor der Halle warten würde. Einen Tag vorher wurden aus diesen sechs Stunden zwei Stunden und am Konzert-Morgen rief er mich schließlich an und meinte, er müsse Fenster putzen und kann deshalb nicht kommen. Er musste zwar tatsächlich Fenster putzen, da er in einer Woche aus seiner Wohnung auszog, aber das hätte er auch am Tag vorher, wo er lieber mit seinen Freunden wegging, machen können.
Mir ging es damals nicht darum, dass er nicht mit mir gewartet hat. Es war ja nicht mein erstes Konzert und bisher hatte ich immer alleine vor der Halle gewartet. Natürlich wäre es schöner gewesen zu zweit zu warten, aber ich hatte auch kein Problem damit, wenn ich alleine warten musste. Jedoch war ich sauer, weil Jan es versprochen hatte und sein Versprechen - wie so oft - nicht einhielt. Und, weil er keine Stunde für mich opfern konnte. Immer war ich diejenige, die alles stehn und liegen ließ, die mehrmals am Tag hin- und herfuhr nur damit wir uns wenigstens kurz sahen und, die einfach alles für die Beziehung tat. Und Jan? Ihm schien das Alles egal zu sein. Ich schien ihm egal zu sein. Er nahm und nahm und gab nie zurück. Er schien mich damals immer nur mit Gegenständen zufrieden zu stellen. Er kaufte mir irgendwelche Dinge, in der Hoffnung, sie ersetzten die nötige Arbeit, die eine Beziehung braucht. Als ich ihm mal sagte, dass ich mir nur Zeit von ihm wünschte, schnauzte er mich an: "Zeit ist Geld! Und heutzutage hat niemand mehr Zeit!" Statt, dass er mir also zehn Minuten seiner kostbaren Zeit schenkte, kaufte er mir, als er seinen Handyvertrag verlängerte, ein Handy für fünf Euro.

Jan 14:26
Hi mein Schatz! Wie geht’s dir? Ist bei dir kalt? Ild Jan


Franzi 14:30

Wenn du wissen willst, wies mir geht, dann hättest halt kommen sollen. Und nein, mir ist nicht kalt.


Er tat schon so, als wären wir Stunden voneinander entfernt. Aber die 10 Minuten Entfernung… Ohne schlechtes Gewissen konnte ich behaupten, dass wir dasselbe Wetter plus die dazugehörenden Temperaturen hatten. Und das Wetter war nicht wirklich schlecht. Obwohl die eine Seite des Himmels stockdüster war, hatten wir noch die andere, blaue Seite, Dank der es in der Sonne richtig heiß war.
Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Da es eine Unwetterwarnung gab, ließ man uns schon gegen vier in den Eingangsbereich der Halle und gerade als ich auf den Ruchsack eines anderen Fans auspasste, bekam ich eine SMS von Jan.

Jan 16:19
Wo bist du? Ich steh gerade vor der Halle.


Schade, dass ich wegen des Rucksacks nicht weg konnte. Aber ich hielt mich nun mal an Versprechen. Selbst Fremden gegenüber. Und so musste mein guter Freund warten, bis die Rucksackbesitzerin wieder auftauchte, was leider keine zehn Minuten dauerte.
Vor der Halle drückte mir Jan eine Burger King-Tüte in die Hand und meinte: "Mein Kumpel hat mich schnell hergefahren, damit ich dir das hier geben kann. Und gleich fährt er mich ins Geschäft, weils 'ne Unwetterwarnung gibt und wir dann bereit sein müssen."
"Ich hab' keinen Hunger."
"Dann lass es stehn. Habs nur gut gemeint.'
"Hast du deine Fenster geputzt?", fragte ich ihn, obwohl ich die Antwort schon kannte.
Jan seufzte. "Nein, hab' ich nicht."
"War so klar."
"Was soll das denn jetzt wieder heißen?"
"Dass es mal wieder nur 'ne Ausrede war, damit du nicht herkommen musstest."
"Das stimmt doch gar nicht!", Jan wurde nun richtig sauer. "Ich hab' dir sogar extra 'nen Fischburger gebracht!"
"Ja, mit dem Wissen, dass ich vor Konzerten nichts esse, weil ich sonst kotze."
Jan schüttelte stumm den Kopf, als ich fortfuhr: "Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass ich immer alles für dich, für uns, tue? Wenn ich so wie du wäre, würden wir uns wahrscheinlich höchstens einmal im Monat sehen."
"Das stimmt doch gar nicht!"
"Natürlich! Und es kotzt mich an, dass dir immer alles so scheißegal ist und du keine fünf Minuten für mich opfern kannst."
"Das wird mir jetzt echt zu blöd", sagte er, bevor er - wie immer wenn es ums Reden ging - einfach abhaute.
So war Jan. Sobald ich über unsere Probleme reden wollte, haute er einfach ab. Niemals durfte ich ihm von meinen Gefühlen und Gedanken erzählen. Niemals durfte ich eine andere Meinung als er haben, da er alles sofort persönlich nahm. Jan war gefühlskalt. Ein Eisblock.
Ich hatte schon gar keine Lust mehr auf das Konzert. Er hatte es mir gründlich versaut. Ständig musste ich an den Streit denken. Dass er mich einfach nicht verstand. Und Felix immer mehr. Wie konnte ich mich nur für Jan entscheiden? Felix wäre sofort gekommen.
Aber nach einiger Zeit dachte ich mir nur: Was solls?
Hallo? In weniger als vier Stunden würde ich Farin endlich wieder sehen! Wenn das mal kein vernünftiger Grund war, alle negativen Gedanken über Board zu werfen.

Jan 17:03
Hallo mein Schatz. Wollt mich für vorhin entschuldigen. Hoffe du hast trotzdem nen schönen Abend. Ich liebe dich. Dein Jan


Aus Prinzip antwortete ich ihm nicht, sondern widmete meine Gedanken dem bevorstehenden Konzert und hoffte wieder mal auf die erste Reihe. Doch so langsam füllte sich der Eingangsbereich immer mehr, weshalb ich mich von meinem Platz trennte und mich weiter nach vorne setzte. Ich hatte kaum auf dem Boden Platz genommen, als ich ständig von einem blonden Typen, der keinen Meter von mir entfernt saß, angeglotzt wurde. Gerade als ich anmerken wollte, dass ich kein Kino sei, fragte er mich: "Bist du alleine hier?"
Äh? "Ja."
Sofort rückte er zur Seite, um für mich Platz zu machen. "Na dann setz dich doch zu uns."
Etwas verwirrt von soviel Freundlichkeit, aber auch froh darüber, setzte ich mich zu ihm und einem brünetten Mädchen mit Brille. "Ähm, danke."
Die Beiden stellten sich als Jule und David vor und wir kannten uns noch keine fünf Minuten, da waren wir schon in einer Unterhaltung, in der es natürlich um die Ärzte ging, vertieft. Es war seltsam. Bei meinen ganzen Konzerten, wurde ich noch nie so freundlich empfangen wie an diesem Tag. Ich mein', ab und zu hab' ich schon mit dem einen oder anderen Fan geredet aber, dass sich wirklich jemand darüber Gedanken macht, ob ich nun alleine war? Das kannte ich nicht.
"Warum bist du eigentlich alleine da? Das ist doch bestimmt voll langweilig, oder?", fragte mich David irgendwann.
"Naja, irgendwie schon, aber in meinem Freundeskreis gibts leider keine Ärzte- oder Farinfans", antwortete ich.
"Wow Respekt", meinte Jule. "Ich würde mich nie trauen, alleine auf ein Konzert zu gehn."
Ich eigentlich auch nicht. Aber lieber ging ich alleine auf ein Konzert, als es zu verpassen. Und es lohnte sich wirklich. Das Konzert war, wie immer der Hammer. Einzig die Tatsache, dass ich in Gedanken weniger bei Farin und vielmehr bei Felix war, störte mich. Farin sang Unsichtbar - ich dachte an Felix. Farin sang OK - ich dachte an Felix. Farin sang Niemals - ich dachte an Felix. Und sogar bei Insel musste ich an Felix denken - nur weil er einmal im ICQ erwähnte, dass ihm das Lied gefiel. Aber lieber dachte ich an Felix, als an Jan. Und was das betraf, so konnte man meinen, Jan existierte gar nicht mehr für mich. Während dem ganzen Konzert dachte ich kein einziges Mal an Jan. Meine Sorgen und Wut wegen ihm waren für zwei Stunden wie weggeblasen. Es war toll.

*****

Ich sah auf mein Handy. Die Ziffern der Uhr zeigten mir halb zwei an. Ich seufzte. Als ich neben mich sah, erblickte ich meinen schnarchenden Freund. Ich will nach Hause, dachte ich nur. Warum bin ich nur hergekommen? Mein ursprünglicher Plan war der, Zuhause zu bleiben. Aber nein, die Mutter nervte mal wieder und schwupp - landete ich in dieser bescheuerten Situation.
Diese Schlaflosigkeit hatte angefangen, als Jan in seine neue Wohnung gezogen war. Es gab nur eine einzige Nacht, in der ich richtig schlafen konnte und das lag einzig und allein an meiner Erschöpfung. Erschöpfung, weil ich die Wohnung den ganzen Tag alleine geputzt hatte, da Jan, nachdem er mit seinem Umzug fertig war, auch noch notgedrungen bei zwei anderen Umzügen half. Das Putzen war schrecklich. Überall Haare. An den Wänden, am Boden, in der Dusche, in den Schränken und ja sogar im Kühlschrank! Ich war so froh an diesem Abend endlich ins Bett zu kommen. Und ich war auch froh, dass Jan nun endlich alleine - ohne seinen Bruder - wohnte. Ich hatte gehofft, die neue Wohnung würde uns mehr Glück bringen. Doch mit der neuen Wohnung fing es erst richtig an.
Mittlerweile war es zwei Uhr. Ich glaubte nicht mehr daran, in dieser Nacht ein Auge zu zubekommen, aber irgendwer schien es gut mit mir zu meinen, denn irgendwann schaffte ich es dann doch noch. Und wäre Jan nicht gewesen, dann hätte ich auch durchgeschlafen. Aber irgendwann gegen drei Uhr nuschelte er - im Schlaf versteht sich - etwas was sich anhörte wie: "Schatz, komm' her wenn du nicht schlafen kannst." Was für ein Glück, dass ich sofort wieder einschlief. Doch diese Nacht war mehr als beschissen. Normalerweise weckte mich Jan nachts einmal mit irgendwelchen unlogischen Sätzen, aber diese Nacht war… Schrecklich. Jede halbe Stunde kam was von ihm. Gegen halb fünf gab ich das Schlafen dann unfreiwillig auf. Jan meinte dann irgendwann: "Ich mach gleich mal das Fenster auf." Selbst nach fünf Minuten passierte nichts, also tat ich ihm eben den Gefallen. Als ich wieder im Bett lag bemerkte ich, dass mit dem offenen Fenster auch ziemlich viel Lärm verbunden war, also schloss ich es wieder. Jan schnauzte mich daraufhin an: "Warum hast du das Fenster wieder zugemacht?!"
"Weils kalt wurde und laut war", antwortete ich gereizt. "Und wenn dus offen haben willst, musst dus  selbst aufmachen, aber du kriegst deinen Arsch ja sowieso nicht hoch!"
Jan schrie dann im Halbschlaf: "Zick mich nicht an, nur weil du nicht schlafen kannst!"
Ich war den Tränen schon nahe, als ich daraufhin meinte: "Ja warum kann ich wohl nicht schlafen? Du laberst mich die ganze Nacht doch schon mit irgendeinem Scheiß voll!"
Er nuschelte noch ein "Stimmt gar nicht", doch als ich erwiderte, ob er mich verarschen wolle, war er bereits wieder eingeschlafen.
Ich war so sauer, traurig, enttäuscht. Ich hasste ihn. Obwohl es damals oft solch ähnliche Situationen gab, übertraf diese alle anderen bei Weitem. Wie konnte er nur behaupten, ich sei selbst Schuld an meiner Schlaflosigkeit? Er wusste ganz genau von seinem nächtlichen Gerede, aber ich war Schuld. Immer. Egal was ich tat, ich war die Böse. Er niemals. Er war so lieb zu mir. Kaufte mir sogar ein Handy und eine Kette mit einem Kreuz dran. Mir - einem Atheisten. Er hätte eigentlich viel Geld sparen können, wenn er seinen Kopf bei der Geschenksuche eingeschaltet hätte. Aber alles war zuviel verlangt.
Um ihm zu zeigen wie scheiße es ist nachts ständig von jemandem geweckt zu werden, fing ich an ihn vollzuquatschen und anzustupsen. Schon nach fünf Minuten fand er das gar nicht toll und schnauzte mich an, was ich denn eigentlich will. Diesen aggressiven Tonfall kannte ich noch nicht von ihm. "Du kannst mich mal! Glaub' demnächst bist du mich echt los!"
"Sag mal!", schrie Jan mich an. "Was drohst du mir eigentlich dauernd?"
"Ich droh' dir nicht, ich hab' nur keine Lust mehr, mich so von dir behandeln zu lassen!", waren noch meine Worte, bevor er wieder einschlief. Falls er jemals überhaupt wirklich wach gewesen war.
Daraufhin konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich heulte und heulte… Und Jan? Schlief weiter. Währenddessen kam er mir immer näher, schnarchte immer lauter und ich hätte ihn am liebsten… Doch stattdessen schnappte ich mir eine Tagesdecke, meine Bettdecke und mein Kissen und machte es mir auf dem Boden gemütlich - ein Sofa gab es nicht. Zwar war das nicht unbedingt schlaffördernd, aber immerhin war ich von Jan weg.
Ich war sogar so verzweifelt, dass ich Felix eine SMS schrieb.

Franzi 6:17
Oh Mann, tut mir so Leid, dass ich dir so früh schreibe, aber mir gehts richtig beschissen. Meine Nacht war scheiße und mein Freund ist ein Arschloch. Ich kann grad echt nicht mehr. Würd am Liebsten nach Hause, aber das kann ich ja nicht um diese Zeit.


Franzi: 6:31

Oh Gott! Sorry. Was denk ich mir nur? Noch mal SORRY für die SMS. Ich hoffe, ich hab dich nicht geweckt.

Eine Antwort bekam ich aber nicht. Natürlich nicht. Felix schlief ja schließlich um diese Zeit! Ich war echt schon sehr verzweifelt. Was tat ich da nur? Ich kam mir so blöd vor. Und mein Hass auf Jan wuchs immer mehr. Vor allem als ich hörte, dass er immer mal wieder wach war, sich aber einen Scheiß darum scherte wo ich war. Erst als ich mich gegen acht Uhr richtete und mein Bettzeug ins Bett warf, wachte Jan auf. Doch noch immer machte er keine Anstalten aufzustehen oder zu fragen, wohin ich gehe. "Was soll das?", fragte ich ihn schließlich. Keine Antwort. "Willst du mich jetzt ewig ignorieren?"
Er murmelte nur was Unverständliches vor sich hin, was wahrscheinlich soviel hieß wie: "Lass mich weiterpennen, hab' keine Lust jetzt mit dir zu reden."
"Ich denke wir sollten jetzt langsam mal darüber reden", meinte ich schließlich wieder. Die Antwort war die Übliche - schweigen.
Da von ihm nichts zu kommen schien, ging ich in die "Küche" - einer kleinen Nische mit Herd und Kühlschrank. Und es war kaum zu glauben, doch Jan kam mir hinterher! Er setzte sich auf einen Stuhl, der neben dem "Kücheneingang" stand und schwieg weiter.
"Wie solls jetzt weitergehen?", fragte ich ihn.
"Keine Ahnung", antwortete er nur.
Nachdem wir uns dann wieder ewig lang anschwiegen, stand er auf und ging wieder Richtung Bett. Man muss sich vorstellen, das fand alles in einem Raum statt, da es eine Einzimmerwohnung war, wo das Bett nur durch einen Schrank vom restlichen Raum abgetrennt war.
"Hallo? Was rennst jetzt einfach weg?", fragte ich wieder.
"Jaa, du kannst ja auch herkommen!"
Wäre ich nicht total innerlich blond gewesen, wäre mir aufgefallen, dass das der perfekte Moment war, um einfach zu gehen. Aber nein. Ich ließ jeglicher Dummheit den Vorrang und kam ihm hinterher, bis ich vor dem Bett, wo er nun wieder lag, stehen blieb.
"Und?", fragte ich. "Wie solls jetzt weitergehen?"
Jan stöhnte. "Dir kann mans nie Recht machen! Wegen dir hab' ich extra mit Rauchen aufgehört! Aber du bist mit nix zufrieden! Du erinnerst mich voll an meine Mutter."
Autsch. Kein schöner Vergleich. Er hasste seine Mutter.
"Willkommen im Club, du erinnerst mich an meinen Opa und Vater." Ebenfalls zwei nicht allzu beliebte Menschen in meinem Leben. "Außerdem hast du mir von dir aus versprochen damit aufzuhören! Ich hab' dich nie darum gebeten!"
Jan tat so, als würde er schlafen und ignorierte mich weiter.
"Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass wir nie über Gedanken und Gefühle und so reden können?", fragte ich wieder. "Ich weiß mittlerweile alles von deinen Kollegen, aber nicht wirklich, was in dir vorgeht."
Wieder keine Antwort.
"Ja, hallo? Sag' mir doch mal, was du denkst."
"Keine Angaben", waren Jans Worte, die mich in den Wahnsinn trieben. Keine Angaben - hallo? Ich fühlte mich in diesem Moment verarscht und hätte ihm am liebsten eine Ohrfeige verpasst. Oder zwei. Oder drei. Wahrscheinlich hätte ich gar nicht mehr aufhören können und damit angefangen, wie wild auf ihn einzuprügeln.
Danach war ich so sauer, dass ich immer lauter wurde und ihn anschrie. Und er? Klärt mich auf, dass  die Wörter, die ich gerade benutzt hatte, gar nicht existieren. Zur Krönung meinte er noch: "Sei mal nicht so laut! Hier wohnen auch noch andere!"
Ich konnte nicht mehr. Ich war kurz davor zusammen zuklappen. Es tat mir so weh, wie Jan mit mir umging. Dass ihm alles egal war. Dass ich ihm - wie immer - egal war.
Noch ein letztes Mal fragte ich, wie es jetzt weitergehen solle. Seine Antwort war: "Ich will nicht immer entscheiden. Entscheid' mal du."
"Ähm hallo?", langsam hatte ich das Gefühl, ich sei im falschen Film. Das konnte doch unmöglich real sein. "Du entscheidest immer? Du fragst mich sogar, was für Hosen du anziehn sollst!"
Okay, ganz ruhig, sagte ich mir in Gedanken, während ich tief ein- und ausatmete.
Fast verzweifelt fragte ich ihn: "Was fühlst du denn gerade?"
"Nix", war Jans Antwort.
"Für mich auch?"
"Ich fühl gerade allgemein nix."
Ich murmelte noch ein leises "Na dann" und wollte gerade gehen, als Jan tatsächlich meinte: "Ich will dich nicht verlieren."
Das sieht man, dachte ich und ging weiter Richtung Haustür. Jan kam mir hinterher, hielt mich am Arm fest und sagte: "Tut mir Leid."
Ich war zwar noch immer sauer, konnte mich aber langsam etwas beruhigen. Jan nahm mich nun in den Arm und flüsterte mir ins Ohr: "Ich würde mich freuen, wenn du bleibst."
Was sollte denn die Verarsche? Erst behandelte er mich so scheiße und dann glaubte er tatsächlich, dass ich freiwillig dableiben würde? Mein einziger Gedanken war nur: Arschloch!
Gerade als ich die Haustür öffnen wollte, schloss er sie ab und nahm den Schlüssel an sich. Ich verstand die Welt nicht mehr. Wie konnte ein Mensch erst der totale Arsch sein und keine fünf Minuten später, bin ich ihm wieder suuuper wichtig? Das passte nicht zusammen.
"Lass mich bitte gehn", bat ich ihn, noch immer perplex.
"Nein, bleib' bitte."
Ich lachte gespielt. "Du glaubst doch wohl nicht wirklich, dass ich nach der Aktion von gerade noch freiwillig hierbleibe?"
"Es tut mir Leid. Ich werds wieder gut machen. Und ich will dich deswegen echt nicht verlieren." Er sah mich so süß an, als er das sagte. Aber nun war ich stärker.
"Lass mich gehn!"
Widerwillig schloss mir Jan die Haustür auf und fragte noch: "Soll ich dich heute noch anrufen?"
"Meld dich erst wieder, wenn du endlich mal weißt was du denkst und fühlst und überhaupt willst." Und weg war ich. Bei mir dabei: Der Gedanke gleich hoffentlich mit Felix schreiben zu können.

11.8.10 21:13


Kapitel 23 - Du bist schwerer zu lösen als ein 1000er Puzzle, das ausschließlich aus schwarzen Teile

Franzi: Manchmal wärs nicht schlecht, wenn man bisschen vergisst... So wie bei 50 erste Dates. Das wär was für mich.
Franzi: Wobei... dann könnt ich mich sicher auch an keine Träume mehr erinnern. -.- Doofig.
Felix: Eben. Und mich zu vergessen wäre doch auch doof. ^^
Franzi: Ähm... Naja... Wenn du meinst...
Felix: Nicht?
Franzi: Manchmal wärs schon toll paar Menschen zu vergessen. Oder paar Erinnerungen.
Felix: Auch von mir? ^^
Franzi: Schade wärs natürlich, aber würde einiges leichter machen.
Felix: Eig. hast das nett gesagt.
Franzi: Aber?
Felix: Es klang komisch. Aber es ist nett gesagt. ^^
Franzi: lol… Okay. ^^

Franzi: Mir ist grad irgendwie kalt.
Felix: Willst kuscheln kommen?
Franzi: Du wohnst leider nicht grad neben an.
Felix: Mhm…
Franzi: Ich komm mir vor wie betrunken.
Felix: Warum das?
Franzi: Weil ich mich nachts so fühle. Weiß auch nicht warum.
Ist bestimmt krankhaft.
Felix: Schwindelig?
Franzi: Joa, so bisschen.
Felix: Auje… Dann musst mehr essen.
Franzi: Es ist mitten in der Nacht, ich bin hundemüde, in mir ist alles umgedreht und mir ist schwindelig. Und du sagst, ich soll essen... Warum denken alle nur ans essen? Ich esse genug.
Felix: Sicher? Blutdruck OK?
Franzi: Ja. Nur die Raupen im Arsch sindn bisschen scheiße.
Felix: What?
Felix: Bei mir sinds Ameisen.
Franzi: Ja die breiten sich da total aus.
Felix: Also eig. schon OK dass die da sind.
Franzi: Wegen? Ich find die Raupen scheiße... Weil die werden ja bekanntlich zu Schmetterlingen... Und es gibt Schmetterlinge, die sind um die 20 cm groß... Die will ich dann weniger in mir haben.
Felix: Och komm, Schmetterlinge im Bauch. ^^

Franzi: LaLeLu…
Felix: Nur der man im Mond schaut zu… Könnte man eig. auch missverstehen.
Franzi: An was du schon wieder denkst. :D Und das um die Zeit. ^^
Felix: Immer. ^^ Du etwa nicht?
Franzi: Im Moment? Nein. Da denke ich schon wieder an die Kälte, die mich umschließt... Ich zieh mir mal was Dickeres an. ^^
Felix: Ich biete dir jedes Mal an zum "Schnuckeln" zu kommen. ^^
Franzi: Aber davor muss ich ja in die Kälte raus.
Franzi: Boah, heute Nacht wars sooo schlimm. Ich war ja glaub alleine und dann hab ich ständig irgendwelche Geräusche gehört... >.< Boah, ich hasse das Haus. :'(
Felix: Jetzt aber. ^^
Franzi: Ich hab sogar mein Zimmer abgeschlossen! O.o Hallo?! Wie krank ist das denn?!
Felix: Vllt. war das ja nur ich.
Franzi: Ohjaaa... Bestimmt.
Felix: Ja wer weiß? ^^
Franzi: Dann würde ich dich jetzt aber umbringen. ^^
Felix: Echt? Wegen?
Franzi: Weil du mir dann fürchterliche Angst eingejagt hättest. ^^
Felix: Ich hätte mich schon gewehrt^^
Franzi: Wie denn? Hättest du mich dann umgebracht?
Felix: Nö. Ich hätte dich zur Vernunft gebracht.
Franzi: ... sagte er und versteckte das Messer hinter seinem Rücken, aus Angst, sie könnte es übers ICQ sehen...
Felix: Aber ich hätte kein Messer dabeigehabt. ^^
Franzi: Sondern?
Felix: Ich hätte nix dabeigehabt. ^^
Franzi: Nix? Nicht mal Handy, Buka und ... Kleider??? Dann hättest ruhig klingeln können. ^^
Felix: Achja? ^^ Und dann?
Franzi: Dann hätte ich dir meinen Bademantel ausgeliehen... Nicht, dass du noch erfrierst oder dich jemand so sieht.
Felix: Naya, wenn ich nix angehabt hätte, hätte mich jeder wahrscheinlich schon gesehen.
Franzi: Mhm... dann halt nur wegen dem 1. Punkt. ^^
Felix: Ohhh danke. Und dann?
Franzi: Den Rest darfst du dir denken. :P
Felix: Och nöö. Ich will ne Geschichte. ^^
Franzi: Diese Geschichte kann man nicht erzählen... Die muss man erleben. :P
Felix: Achso, wenn man die erlebt haben MUSS… Dann MUSS sie ja mal passieren^^
Franzi: Joa, schon.
Felix: Eben. ^^

Felix: Jemand da?
Franzi: Nein. Bin weg.
Felix: Aso. Wo bist den?
Franzi: Ich bin durch meinen Schrank gegangen und jetzt bin ich in der Zauberwelt.
Felix: Achso. ^^ Und wer ist da so alles?
Franzi: Joa... Die, die halt in der Zauberwelt so sind... Hexen... Zauberer... Feen... Digimon... Pokemon... Felix ist auch dabei. Werd höchstwahrscheinlich über Nacht dort bleiben.
Felix: Was macht denn der Felix da?
Franzi: Laut deinen Angaben auf mich aufpassen... Aber der hat grad geile Häsinnen gefunden. :P
Felix: Was für ein Player. ^^ Aber er hat mir geschworen auf dich aufzupassen. Also hat er immer ein Auge auf dich.
Franzi: Hast du ihn auch gut bestochen? Für unter ne Millionen macht der so was sicher nicht. ^^
Felix: Er hat es für mich freiwillig gemacht. ^^
Franzi: Für dich? Ohaaa... Seid ihr beste Kumpels oder was? Pff... Den schlag ich nachher erstmal. Am Ende wird der noch so wie du...
Felix: Boa! Warum das denn?
Felix: Und deshalb muss man geschlagen werden? ^^
Franzi: Ehm... Ja?
Felix: Warum das?
Franzi: Tja… ^^
Felix: Jetzt sag warum jemand der so ist wie ich, geschlagen wird.
Franzi: Weil er dann pervers ist und mir mitten in der Nacht an die Wäsche geht... Und dann heißts nur wieder ich wär ne Tier-Vöglerin oder sowas. ^^
Felix: Dir würde es ja gefallen. ^^
Franzi: Doch nicht mit dem Hasenmäßigen Felix:! Also bitte... ^^
Felix: Aber ohne dem Hasenmäßigen? ^^
Franzi: Dazu sag ich nix ohne meine Anwältin.
Felix: Na dann. ^^

Franzi: Mein Handy ist doofig. Das hat keine Taschenlampe.
Felix: Meines auch nicht.
Franzi: Mein Altes hatte noch eine... Das ist sehr praktisch... Wenns mal dunkel ist... Und man doch was sehen will...
Felix: Ach? Dafür sind also Taschenlampen?
Franzi: Ja, aber bin mit nicht sicher. Paar Modelle... Die eine besonders... Schöne... Form haben... Und... Gleitfähig sind... Die könnte man sicher gut verwechseln... Mit... Seltsamaussehende... Tieren oder so...
Felix: Hab schon verstanden. ^^
Franzi: Ja, ich mag Tiere.
Felix: Also gibst du solchen Geräten Tiernamen?
Franzi: Klar. Ich gebe allen Dingen, irgendwelche Namen. ^^
Felix: Gut wieder rausgedreht. ^^
Franzi: Tja, ich bin halt echt gut... ^^
Franzi: Wuah! Wusstest du, dass man jemanden zu Tode streicheln kann? o.O
Felix: OK fang an?
Franzi: Ich soll mich streicheln, damit ich sterbe? Danke.
Felix: Nein. Du mich.
Franzi: Ich streichle dich aber nicht tot. Außer wir streicheln uns gegenseitig tot. ^^
Felix: Und wenn du mich so streichelst?
Franzi: Ohne sterben und so? Joa, würde Bestattungs- und Grabkosten sparen. =)
Felix: Eben
Franzi: Mhm, gut dann halt so.
Felix: Aber sonst natürlich aus keinem Grund.
Franzi: Nööö, gar nicht...

Felix: Wasn heut los mit dir?
Franzi: Nix.
Felix: Doch. Du bist so… Anders.
Franzi: Sorry, ich kotz mich grad nur einfach selbst an.
Felix: Warum denn?
Franzi: Weil ich so scheiß Zeugs fühle und mich über Sachen aufrege, die mich gar nix angehen.
Felix: Über was den genau?
Franzi: Ich will dich nicht dauernd damit belästigen.
Felix: Frag ich oder erzählst du von alleine?
Franzi: Oh Mann. Naja ich benehm mich halt wie ne blöde Kuh und mir gehts wegen was scheiße obwohl ich nicht sollte. Das ist so dämlich.
Felix: Wegen?
Franzi: Nee das passt schon. Ich versuchs ja unter Kontrolle zu kriegen und demnach hat sich das schon erledigt.
Felix: Wenn du jemand zum reden brauchst, ich bin da.
Franzi: Wenn du deinen Feind umbringen willst... Würdest du dann mit ihm über deinen Mordplan reden?
Felix: Du willst mich umbringen? Hilfe!
Franzi: Leider nicht, ne.
Felix: Aber?
Franzi: Oh Mann, ich kann nicht mit dir darüber reden. -.- Du weißt sowieso schon zuviel.
Felix: Aber wenn ich schon so viel weiß, schadet der Rest ja nix.
Franzi: Ich habe noch nie mit jemandem so offen über meine Gefühle geredet - und das schon gar nicht mit dem der dafür verantwortlich ist.
Felix: Mir kommen langsam Schuldgefühle hoch.
Franzi: Mhm, sorry.
Franzi: Ich hoffe das sagst nur so, weil das wollte ich wirklich nicht.
Felix: Naya, man sieht ja das es dir nicht gut geht. Und wenn ich dann zu hören bekomme, dass ich der hauptsächliche Grund bin, dann ist das natürlich nicht zum Feiern.
Franzi: Oh Mann, warum kann ich nicht einfach Farin weiterlieben? Da wäre wenigstens alles klar. -.-
Felix: Mhm geht wohl kaum.
Franzi: Du bist schwerer zu lösen als ein 1000er Puzzle, das ausschließlich aus schwarzen Teilen besteht.
Felix: Ich? Wow!
Franzi: Ja der Satz ist gut. Gefällt mir.
Felix: Ja, der sagt viel.
Franzi: Kann sein.
Felix: Wenn du keine Lust hast mit mir zu schreiben, einfach sagen.
Franzi: Ich könnte mit dir nächtelang durchschreiben und die Lust wäre noch immer da.
Felix: Das war jetzt ein netter Satz.
Franzi: Nee der ist mal wieder zweideutig. In meinem Kopf ist außerdem alles voll mit solch netten Sätzen.
Felix: Lass mal raus.
Franzi: Nee lieber nicht.
Felix: Schade.
Franzi: Naja, muss los. Bis dann. Ciao
Felix: Bis dann.

Felix: Kannst du mir ne Antwort geben? Wieso übt mein Vater um diese Uhrzeit Klavier?
Franzi: Vill. ist er so wie ich und ist gegen Nacht am kreativsten... Oder er hat grad voll die Krise und baut mit dem Klavierspielen alles ab... >_>
Felix: Wird zeit das ich zu ihm geh. Bin gleich wieder da.
Franzi: Okay.
Felix: Seine Antwort: "Ich hatte gerade Lust". Könnte man auch falsch verstehen.
Franzi: Oder so... Ich hab auch oft zu den unmöglichsten Zeiten, auf die bescheuertsten Sachen Lust. ^^
Felix: Am Morgen auf Sex? ^^
Franzi: Mhm da eig. weniger. Das ist seltsamerweise meistens Mittags. :P
Felix: Auch ok. ^^ Jetzt weiß ich das auch.
Felix: Und ich weiß du magst es in der Küche. Mhm. ^^
Franzi: Ich mag es gar nicht in der Küche. Außer der Tisch ist geputzt. >_> Ich glaub ich hör auf mit träumen. -.-
Felix: lol
Felix: Von mir aus aber nicht. ^^
Felix: Joa Tisch fänd ich auch cool.
Franzi: :P Sau. ^^
Felix: Wasn? ^^
Franzi: Mich freuts nur, dass ich nicht die einzige Perverse hier bin. ^^
Felix: Joa hat was gell? ^^
Franzi: Mhm joa.
Felix: Ja ich muss zugeben du bist das einzige Mädchen mit der man so reden kann. Find ich cool.
Franzi: Äh… Danke… Aber mal nen Themawechsel: Kann man eig. im Bauch Muskelkater haben?
Felix: Jap.
Franzi: Auch nur in der linken Seite?
Felix: Jap geht auch.
Franzi: Mhm... Fühlt sich aber nicht wie Muskelkater an… Und ist zu weit oben, sonst würde ich denken, da nistet sich was in meiner Gebärmutter ein.
Felix: Brustkrebs?
Franzi: In der linken Bauchseite? Hast du was am Auge? Hängen meine Titten am Bauch unten oder was?
Felix: Ich schau mal morgen nach.
Franzi: o_O Okaay...
Felix: Guut. Wäre des auch geklärt. ^^ Aber jetzt wissen wir immer noch nicht was wir heute machen. Entweder bleiben wir beide Zuhause und machen was im Internet oder du kommst zu mir. ^^ Oder ich zu dir. Oder wir gehen zusammen wohin. Mhm.
Franzi: Und so machst dus auch nicht besser.
Franzi: Ich muss doch irgendwie von dem Trip der Hoffnung runterkommen.
Felix: Achso.
Franzi: Ja, weil es so wies grad ist nicht weitergehen kann und ich mich unnötig verrückt mache, weil du das Eine sagst und dann wieder das andere und ich dich nicht verstehe. Ich sollte mich eig. endlich mal entschieden haben, was ich jetzt genau will und eig. hab ich das auch gemacht, aber so unglückliche Umstände haben alles wieder zunichte gemacht und ich hänge in der Luft fest. Und ich habe keine Lust mehr dir hinter her zu trotten und, dass mein Arm taub wird, wenn ich an dich denke und die ganze Scheiße. Vielleicht dauert es noch total ewig bis ich von dieser Droge wegkomme, egal, wie sehr ich mich anstrenge, aber irgendwann muss es doch mal vorbei sein. Oder vill. bleibt das für immer so. Was natürlich voll scheiße wäre, aber Gott was mach ich nur? Ich versuch mir schon dauernd einzureden, dass es sogar mit meiner Katze besser wäre, weil uns ja das freundschaftliche viel besser steht, aber nein, mein Verstand setzt da völlig aus und ist das Arschloch schlecht hin.
Franzi: Ich hab Hunger. Bis gleich.
Felix: Nen Guten.
Etwas später.
Franzi: Und das ist grad so sinnlos was wir schreiben. Und irgendwie ist alles wieder sinnlos. Und dumm.
Felix: Dein Vorschlag?
Franzi: Sorry, ich hab grad keinen. Mein Zug ist getan.
Felix: Gut, wenn alles was wir schreiben sinnlos ist… Macht es dann noch Sinn weiter zu reden?
Franzi: Ich weiß nicht. Das ist grad voll verkrampft.
Felix: Eben
Franzi: Sorry. Ich bin blöd.
Felix: Nö.
Franzi: Blöderweise schon. Ich behalte jetzt am besten alles für mich. Oder schreibs ins Tagebuch. Für was hab ich sonst das Teil?
Felix: Ich zwing dich zu nichts.
Franzi: Wenn mich was abgrundtief ankotzt, dann muss es einfach raus.
Felix: Man merkts.
Franzi: Ich mach echt alles kaputt. Und in diesem Fall reicht wahrsch. nicht mal mehr ne dämliche Lampe.
Felix: Ja gerade ist irgendwie wirklich komisch.
Franzi: Ich geh lieber. Bis dann.
Felix: Bis dann.

Offlinenachricht erhalten.
Felix: Reden wir eig. noch miteinander? Oder ist da jetzt so ne Spannung zwischen uns?
Einige Minuten später.
Felix: Beantworte mal bitte meine Frage
Franzi: Hallo? Wie siehst du mich? o_O Ich bin unsichtbar!
Felix: Ich wusste, dass du on bist.
Franzi: Ja klar. Ich war jetzt schon seit ner Stunde nicht mehr on und grad dann wenn ich on bin, hast du die Eingebung, dass ich on bin.
Felix: Naya ich hab halt mal geschätzt und es hat ja funktioniert. Bekomm ich jetzt trotzdem ne Antwort?
Felix: Achja und du kannst online kommen.
Franzi: Nö.
Franzi: Und zu deiner Frage: Wenn du das nicht mal weißt, wie soll ich es dir dann sagen? o_O Aber nein. Ich weiß ja nicht wie es bei dir aussieht. Aber ich brauch mal paar Bedenktage und wenn ich Glück habe, werde ich von nem Stein am Kopf getroffen und verlier meine Erinnerung und sämtliche Probleme lösen sich von selbst.
Felix: Des heißt du willst nen paar Tage keinen ich nenne es mal "Kontakt"?
Franzi: Keine Ahnung. Eig. voll dumm, weil ich das ja - sobald die Schule zu Ende ist - für immer, somit könnte ich mir das auch für dann aufsparen.
Felix: Du entscheidest.
Franzi: Schon klar. -.-
Felix: Lass dir Zeit.
Franzi: Man, ich weiß aber nicht was ich will. Einerseits denk ich, wäre es besser, wenn der Kontakt erstmal flöten geht und andererseits ist das auch total scheiße.
Felix: Kann ich dir bei der Entscheidung helfen?
Franzi: Weiß nicht. Was ist denn deiner Meinung nach besser?
Felix: Besser ist das was für dich besser erscheint. Ich will dich nicht verletzen. Wenn ich jetzt sag ja vllt. ist es besser dass wir noch miteinander reden, das dann aber für dich schwer fällt, dann erziele ich ja das Gegenteil. Und das will ich nicht.
Franzi: Mir würde es schon helfen, wenn du nicht dauernd Dinge sagst, die du gar nicht so meinst.
Felix: Hä? Welche z. B.?
Franzi: Dinge, die meine Hoffnungen wachsen lassen. Mehr sag ich dazu aber nicht.
Felix: Ach du meinst die Dinge wie gestern?
Franzi: Ja.
Felix: Gut wenn du wüscht, dass ich solche Kommentare nicht schreiben oder sagen soll, kann ich das machen.
Franzi: Ja, weil sowas ist nicht ernst gemeint, und wenn man dann in so ner scheiß Situation ist, wie ich es bin, dann ist das doppelt scheiße.
Felix: Versteh. Tut mir Leid.

Felix: Hallo
Franzi: Hallo
Felix: Wie geht es Ihnen?
Franzi: Ähhm... Meiner Wenigkeit gehts leider nicht so gut, da meine bescheidene Persönlichkeit heute einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat. Und selbst?
Felix: Was für einen Schicksalsschlag denn?
Franzi: Nächstes Jahr...
Franzi: KEIN ärzte-Konzert...
Felix: Ohhh shit!
Franzi: Und wahrscheinlich auch kein FURT-Konzert...
Franzi: Ich sterbe!
Felix: Du brauchst ne Band.
Franzi: The Subways.
Felix: Ne Deutsche.
Franzi: Die Ärzte.
Felix: Neeeein. ^^ Haben ja keinen Auftritt.
Franzi: Dann weiß ich auch nicht.
Felix: lol

Felix: Mhm… Mann, ist das heiß.
Franzi: Ventilator hilft. Ich mach den auch schon die ganze Zeit an und aus und an und aus und an und aus und an und aus und an...
Felix: Was hilft immer? Das an und aus? Also meiner bleibt immer an.
Franzi: Nee, dann wirds mir irgendwann zu kalt... Dann mach ich ihn aus... Dann wirds wieder heiß... Dann mach ich ihn an… Und so weiter… Der hats nicht leicht mit mir... Meine Gegenstände habens allgemein nicht leicht mit mir... Ich bin ne böse Besitzerin...
Felix: Du musst sie halt immer wieder streicheln. ^^
Franzi: Ich streichel die doch nicht... Wenn die so blöd sind und sich von mir kaufen lassen... Tzz...
Felix: Die sind in diesem Moment wehrlos und erkennen den Charakter des Käufers noch nicht.
Franzi: Also... Ich hab mal mit meinem Bett darüber gesprochen... Nicht jetzt... Ist schon etwas länger her... Weil gerade mein Bett hat es ja am Schwersten... Und ich habe es mal gefragt, was so in einem zum Beispiel Bett vor sich geht, wenn ein Käufer vor ihm steht und daran denkt es zu kaufen. Und mein Bett hat mir erklärt, dass Gegenstände im Laden ja einen Sinn haben. Zum Beispiel Betten müssen ja da sein, damit wir Menschen uns irgendwo ausruhen können und so... Und das ist ihr Sinn des Lebens (apropos ich muss mir endlich die Zeit nehmen und über meinen Sinn nachdenken...) und den wollen sie so schnell wie möglich erfüllen. Und dann freuen die sich über jeden Käufer in der Hoffnung er ist nett und kümmert sich gut um die Gegenstände. Und mein Bett hat mir erzählt, dass sich Gegenstände einfach mal drauf verlassen, dass der Besitzer nett ist und wenns nicht so ist, dann ist das das Schicksal. Und ein Gegenstände-Kondex besagt, dass sich gekaufte Gegenstände bei ihren Besitzern nach dem Kauf nicht beschweren dürfen und keine körperliche Gewalt an ihnen vornehmen dürfen. Eigentlich richtig traurig. :'(
Felix: Alter Schwede? Woher hast du die Drogen?
Franzi: Mit einer schreib ich und die andre steht in Form von Cola neben mir. Aber findest das nicht auch traurig? Da will ein Bett für einen Menschen da sein... Und freut sich sooo sehr auf ihn... Und dann isser ein Arschloch...
Felix: Ja doch sehr traurig…
Franzi: Mhm… Ich will normal werden.
Felix: Normal und du?
Franzi: Fett.
Felix: Fett?
Franzi: Du hast gesagt, ich bin fett!
Franzi: Fällt mir grad ein.
Franzi: Boahh!
Felix: :-D Ja gestern. ^^
Franzi: Ey... Ich hasse dich ja!
Felix: Nö am Schluss hast mich mögen.
Franzi: Nö. Wann hab ich dich wieder gemocht?
Felix: Ganz am Schluss als du gegangen bist.
Franzi: Glaub ich nicht.
Felix: Doch. Sicher.
Franzi: Nein. Kann mich nicht daran erinnern.
Felix: Ich aber.
Franzi: Achja? Beweise?
Felix: Nein.
Franzi: Es gibt keine Beweise? Wie kommen Sie dann auf diesen hirnlosen Gedanken, meine Mandantin, könnte Sie noch in irgendeiner Weise mögen? Ist es nicht viel mehr die Tatsache, dass Sie sie der Fettleibigkeit beschuldigten, worauf meine Mandantin, Ihnen ewigen Hass schwörte?
Felix: Einspruch
Franzi: Einspruch abgelehnt!
Felix: :D

12.8.10 22:12





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